Sieben Fuß plus elf Zoll: Was sind denn das für Recon-Ruten von ORVIS?

Thies Reimers pirschte sich langsam, aber sicher an einige Recon-Ruten heran, die etwas anders sind. Die ungewöhnliche Länge von 7’ 11’’ gibt zu denken. Aber nachdenken lohnt sich in diesem Fall!
Als die neuen Recon Ruten von Orvis 2015 auf den Markt kamen, ja – eigentlich schon, als ich die Auflistung der neuen Modelle im Spätsommer 2014 sah, fiel mir eine Sache schnell auf: Was sind das für „komische“ Ruten mit Bezeichnungen wie „7119-4“? Im ersten Moment dachte ich an Switch Ruten, doch da Orvis im Gegensatz zu anderen Herstellern erst die Rutenlänge und dann die Schnurklasse angibt, konnte das nicht sein. Das mussten also Ruten von 7′ 11” in den Klassen 8, 9 und 10 sein. Warum und wofür?

Eine Recon 7’11 in der Klasse 9 und große Streamer : das ist eine perfekte Kombination.

Als vorläufige Antwort konnte ich ermitteln, dass diese Länge beispielsweise bei Bass Tournaments die maximal zugelassene Länge ist und solche Ruten für diesen Markt produziert werden. Okay, dachte ich mir, aber was sollen wir dann hier in Europa mit diesen 2,41 m langen Ruten? Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich das lange gefragt – bis zum Herbst 2015! Als nun zufällig einige Ruten aus dem UK für das Händlertreffen in Deutschland bei uns eintrafen, waren zwei dieser ominösen 7’11” Ruten im Karton. Okay – angucken kann man sich die ja mal… Also, Rutenrohr aufgeschraubt, zusammengesteckt und beim ersten Anwippen glaubte ich (vom Gewicht her) eine Rute der Klasse 7 in der Hand zu haben und zwar eine mit ordentlich Power! Es war aber die Recon 7’11” in der Klasse 9, die mit einem Gewicht von nur 104 g (!!) – eben hier im Büro gewogen –  als Super-Leichtgewicht gelten kann.
„Die muss ich zum Hechtfischen mitnehmen!“ Das war mein erster Gedanke. Doch bis zum nächsten Tag am Wasser sollte es noch ein bisschen dauern, denn es folgte das Händlertreffen in München. Natürlich konnte ich es nicht lassen, die Rute sofort den Händlern in die Hände zu drücken, die alle ein ähnliches Gefühl hatten: „Donnerwetter, die ist aber leicht!“
Werner Steinsdorfer bestellte sich selbst direkt eine für seinen Trip auf die Seychellen und Peter Ebert eine zum Hechtfischen. Zwei Wochen später war ich dann auf der Hausmesse bei Thomas Dürkop, dem ich ebenfalls die Rute sofort empfehlen wollte. Lässiger Kommentar: „ Kenne ich schon, steht hier, guck mal…“
Am nächsten Tag wollte ich jetzt aber die Rute sofort testen. Holger Lachmann (www.theonefly.com) war so nett und gab mir noch eine seiner tollen Hechtfliegen mit. Am Wasser merkte ich dann sofort, dass diese Rute perfekt ist für das Hechtfischen mit großen Streamern. Grund: Durch das geringe Gewicht und den schlanken Blank ermöglicht sie ein fast ermüdungsfreies Fischen.
 

Ab und zu verirrt sich auch in Hamburg mal ein Zander an die Fliege.

Selbst vom Belly Boat aus (ich hatte da zu Anfang Bedenken) ist die „komische Länge“ super! Eines ist auf jeden Fall sicher: Die Recon 7’11” in der Klasse 9 wird mich demnächst öfter zum Hechtfischen begleiten und die 7’11 in der Klasse 8 werde ich so schnell wie es geht an der Küste testen! Diese seltsame Länge von 7’11 muss man sich also merken! Schauen Sie sich doch die entsprechenden Modelle einmal bei Ihrem Fachhändler an!
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