Geräte-Besprechung – Fliegenrollen ORVIS Hydros II Silver aus dem Fliegenfischer-Forum

Formvollendet, technisch ausgereift und robust konstruiert: so präsentieren sich die neuen ORVIS Hydros Fliegenrollen im sehr ansprechenden, modernen Design. Als “maximal ventilierte” Großkernfliegenrollen punkten sie zudem mit Leichtigkeit, hoher Schnureinholgeschwindigkeit, sehr starker, gekapselter Bremse mit sanftem Anlaufwiderstand, bester präziser Verarbeitung, sowie mit einer edlen, strapazierfähigen Oberfläche, die es nun in “silver”, “black” und “matte green” gibt. Die Modellpalette deckt mit fünf Rollengrößen die Schnurklassen von #1 bis #11 ab.

Orvis-Hydros-Fliegenrolle

Verfügbare Modelle (Stand 11/2021)
Hydros I (für #1-3)
Hydros II (für #3-5)
Hydros III (für #5-7)
Hydros IV (für #7-9) und
Hydros V (für #9-11)
Unser Testmodell war eine ORVIS Hydros II in Silver.

Orvis-Hydros-Fliegenrolle-Rueckseite

Technische Daten (eigene Messungen): 
Farbe: Silver (rel. dunkel & matt), Oberfläche eloxiert. Bremsrad und Spulenabdeckung dunkelgrau
Gewichte: Rolle: 143 Gramm / Spule allein: 57 Gramm
Rollendurchmesser: 86 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel): 32 (61) mm, Spuleninnenbreite: 22,7 mm
max. Spulentiefe (nutzbar): 17 (15,5+0,5*) mm
Spulenkerndurchmesser: 52 mm
Schnuraufnahme bei einer ganzen Umdrehung mit voller Spule: 26 cm 
Schnurfassung: WF5F + rund 80m 20lbs Backing
Lieferumfang: Karton, Rollen-Etui, Beipackzettel (in Englisch) mit Instruktionen und Garantiebestimmungen
Garantie: Nicht befristete Garantie auf Material- und Herstellungsfehler gegen geringen Unkostenbeitrag, zudem jederzeit Wartungs- und Reparatur-Möglichkeit, ebenfalls gegen einen geringen Unkostenbeitrag, mehr dazu beim Fachhändler.
Seriennummer: nein
Preise (UVP): Rolle: 249,00 €, E-Spule: 125,00 €

Orvis-Hydros-Fliegenrolle

Beschreibung und Praxistest: Großzügig ventilierte Großkernfliegenrolle in sehr moderner, ansprechender Optik. Aus dem vollen, hochwertigen Aluminiumblock gedreht und gefräst. Die Rollenoberfläche wurde schutzeloxiert. Laut Hersteller ist die Rollenserie für den Einsatz im Salzwasser geeignet. Die gelagerte Spule läuft auf einer Edelstahl-Achse im offenen Rollenrahmen, die gehäuseseitige Platzausnutzung ist sehr gut. Sehr angenehm: Plastikteile sucht man bei Lager und Klicker vergeblich. Die Rollenrückseite ist bis auf ein markantes Doppelstegsystem offen gestaltet. Die Spulenvorder- und Rückseite sowie der Spulenboden kommen mit einem Stegmuster, sind also ebenfalls weitgehend offen und dadurch im maximal möglichen Umfang ventiliert. Der Spulenkern wird aus drei Doppelstegen gebildet. Am Gehäuse befinden sich seitlich zwei Stege: hinten ein breiterer Steg für den zweifach von Außen angeschraubten Rollenfuß und vorne mittig ein schmaler, langgelochter Steg für die Schnurführung. Der Rollenfuß wurde abgerundet und leicht versenkt untergebracht, um darum gelegte Vorfächer vor Knicken oder Einklemmen zu schützen. Die Gefahr eines ungewollten Durchrutschens von Schnur oder Vorfach zwischen Rollenrahmen und Spule wird durch das tiefe Hereingreifen der Stege in die Spulennut und die nur sehr geringen Fertigungstoleranzen wirkungsvoll unterbunden. Auf der Spulenvorderseite befindet sich eine griffig geformte Kurbel aus schwarzem Kunststoff, welche korrekt und mit nur geringem Spiel läuft. Dieser gegenüber sorgt ein längliches und doppelt von Innen angeschraubtes Kontergewicht für einen tadellos ruhigen Spulenlauf. Scharfe Ecken und Kanten sucht man bei der Hydros vergeblich, ebenso gibt es absolut keinerlei störendes Spiel, kein Schlagen, kein Spulenkippeln und nirgendwo zu große Abstände – das alles spricht für eine sehr präzise Verarbeitung. Die (Leer-)Rolle ist, am Rollenfuß gehalten, gut und neigungsfrei ausbalanciert.

Orvis-Hydros-Fliegenrolle

Orvis-Hydros-Fliegenrolle

Orvis-Hydros-Fliegenrolle

Die Hydros II besitzt ein versiegeltes, kräftiges Scheibenbremssystem, welches weitgehend vor äußeren Einflüssen geschützt in einem Zylinder im Rollenrahmen untergebracht wurde. Mit Hilfe des gut bedienbaren Bremseinstellrades aus Aluminium (Durchmesser 32 mm) auf der Gehäuserückseite lässt sich die Bremse in nur 1 1/4 Umdrehungen fein von “schwach” bis “sehr kräftig” dosieren, das Bremseinstellrad arbeitet beim Betrieb im Übrigen stets auf der selben Ebene. Im Test des Bremsen-Testwertes (maximales Abzugsgewicht in Kilogramm bei vollständig geschlossener Bremse und bei gefüllter Spule) ließen sich Werte bis 3,8 Kilogramm einstellen. Damit ist die Bremse als “sehr stark” zu bewerten und besitzt weit mehr Potential, als in den vorgesehenen Schnurklassen tatsächlich jemals benötigt werden könnte!

Ein sanftes, ruckfreies Anlaufen der Spule ist jederzeit gewährleistet. Im Test waren weder im nassen noch im trockenen Zustand irgendwelche Schwächen des Bremssystems festzustellen. Eine Zuhilfenahme der Hand beim Bremsen ist durch den frei laufenden Spulenrand technisch möglich, jedoch sicher nicht nötig. Überlaufhemmung: Ein Vor- und Nachlaufen der Spule kommt durch einen leichten Grundwiderstand auch bei völlig geöffneter Bremse nicht vor. Im Betrieb lässt die Hydros in beiden Laufrichtungen einen unaufdringlichen Clicker hören. Der Spulenrundlauf der Spule ist gut und ‘schlagfrei” ausbalanciert. Die Spule lässt sich mittels der bewährten Hebel-Entrieglung schnell und einfach wechseln. Ein Umbau von Links- auf Rechtshandbetrieb oder umgekehrt ist in Eigenregie möglich und in den der Rolle beiliegenden Papieren in englischer Sprache erläutert. Sehr vorbildlich ist und für eine längere Haltbarkeit sorgt, dass alle Teile des Achsen-, Lager-, Klicker- und Bremssystems aus Metall bestehen. Optisch, sowie von Gewicht, Größe und Fassungsvermögen her passt unser Testmodell Hydros II optimal zu modernen #4-6er Fliegenruten.

Fazit: Die Hydros II zeigt sich ebenso wie die bereits früher von uns getesteten Hydros SL Rollen als schöne, sehr moderne und robuste Fliegenrolle mit exzellenter Verarbeitung und Funktion sowie mit einer sehr starken Hochleistungsbremse. Trotz aller guten Zutaten behielt sie dazu auch noch einen fairen Anschaffungspreis, hervorragend!

Quelle: www.fliegenfischer-forum.de

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